Brief von Jens Ackermann an die Landesbischöfin Junkermann vom 11. Juni 2010

vom 11.06.2010

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Sehr geehrte Frau Landesbischöfin,

ich konnte erfahren, dass Sie von der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands in Sachsen-Anhalt als Wahlfrau für die Wahl des Bundespräsidenten am 30. Juni 2010 nominiert wurden.
Als Demokrat begrüße ich natürlich demokratisches Engagement für die Gesellschaft. Als evangelischer Christ aus Sachsen-Anhalt wünsche ich mir jedoch eine überparteiliche Landesbischöfin, die sich in der Öffentlichkeit für die Belange aller einsetzt.
Sollten Sie als Wahlfrau für die SPD Sachsen-Anhalt an der Bundesversammlung teilnehmen, treten Sie jedoch öffentlich als parteiische Person auf. Dies kann nicht im Interesse Ihres Amtes sein. In Ihrer wichtigen Funktion für die Christen im Land sollten Sie Ansprechpartnerin für jeden Menschen sein – frei von parteipolitischen Zwängen, frei von parteipolitischen Abgrenzungen zu anderen politischen Ansichten.
Als evangelischer Christ, als Mitglied der FDP, wünsche ich mir eine Landesbischöfin, die sich als Seelsorgerin allen zuwendet und nicht ihre Stimme zugunsten der öffentlichen Interessen einer Partei einsetzt.
Als Landesbischöfin haben Sie das Privileg, frei zu sein, überparteilich zu handeln. Sie können Trost spenden und Hoffnung geben, ohne, dass Ihnen das Dünkel der parteipolitischen Einnahme anheftet. Dies wäre durch Ihre Teilnahme in der Bundesversammlung nicht gegeben, dies würde Ihr Amt, Ihre Glaubwürdigkeit nachhaltig beschädigen.
Deswegen bitte ich Sie als Christ und nicht als Parteimitglied einer anderen Partei davon Abstand zu halten. Seien Sie die Landesbischöfin für alle Menschen im Land, nicht nur die Vertreterin einzelner Interessen.

Mit freundlichen Grüßen


Jens Ackermann

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